1. Die Kirche

Wohl gegen Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kirche von flämischen Einwanderern erbaut. Die Feldsteine der Außenmauern zeugen davon. 1751 wurde der Turmaufsatz errichtet, 1848 umgebaut, 1945 beschossen, immer wieder repariert und 1996 restauriert. Vom frühgotischen Bau blieben drei schlanke Spitzbogenfenster in der Ostwand der Kirche erhalten. Im Innern befindet sich ein Kanzelaltar aus dem Jahr 1725, der mit üppigem pflanzlichen Schnitzwerk geschmückt ist. Die hölzerne Taufe entstand 1585, sie zeigt Christus und die vier Evangelisten.

2. Das Gemeindehaus

Friedrich Dermietzel notierte zu Beginn des neuen Jahrhunderts, dass das Kirchenvermögen „lawinenartig“ angewachsen sei. Und das trotz zahlreicher Investitionen in den Jahren davor.

Anlässlich einer General-Visitation der Kirche 1904 wurde erstmals der Bau eines Gemeindehauses erwogen und Pastor Otto Baltzer beauftragt, sich im Lande umzusehen, um für Lunow Passendes auszuspähen. Baltzer tat‘s intensiv, zog sich aber bei seinen Reisen eine so schwere Erkältung zu, an deren Folgen er 1905 verstarb. So unbeirrbar wie ihr Pastor blieb man auch nach seinem Ableben in der Spur. Dem Berliner Architekt Otto Hetzel war der Auftrag für einen Entwurf erteilt worden, ein Oderberger Zimmermann durfte das Haus bauen. Am 30. Mai 1907 übernahmen es die Lunower, wobei die Baukosten 230.000 Mark betrugen.

Zum Auftakt kamen 60 Mädchen und Jungen in die „Spielschule“ und heute über 100 Jahre später besuchen Kinder unseren evangelischen Kindergarten. Unter seinem Dach haben sich jedoch noch viel mehr Aktivitäten entwickelt. Im Gemeindesaal wird musiziert und Yoga betrieben, es gibt den Malzirkel, die aktiven Frauen, monatlich trifft sich die Frauenhilfe, der Lunower Heimat- und Museumsverein hat ein kleines Büro und unter den „Ooken“ das Museum.

Im Hof öffnet im Sommer das Cafe Goldrand und alljährlich wird am ersten Adventssonntag ein kleiner Adventsmarkt durchgeführt.

3. Das Kriegerdenkmal

Mitten im Dorf, die ganz Alten bezeichneten in Gedanken an die hier einst gelegene Schäferei die Mini-Erhebung „dään Schäperberch“, erhebt sich in einer kleinen Grünanlage und vor der nach 1871 gepflanzten Friedenseiche ein etwa fünf Meter hoher Obelisk. Er ist das Kriegerdenkmal. Die Absicht, nach dem 1.Weltkrieg an dieser Stelle eine Gedenkstätte für die 55 von 1914 bis 1918 gefallenen Mitmenschen einzurichten, fand bei der großen Mehrheit offene Ohren. Die Kostenfrage wurde durch eine Spendenaktion, die rund 40.000 Mark erbrachte, gelöst. So konnte nach 1921 dem Steinbruchmeister August Niethe der Auftrag erteilt werden, ein Kriegerdenkmal zu entwerfen und zu bauen. Er fand Lausitzer Granit für geeignet. Am 11. September 1923 wurde es unter großer Anteilnahme der Lunower eingeweiht. In der DDR-Zeit wurde eine Tafel angebracht, um in mahnendem Gedenken auch an die vielen Lunower Kriegstoten von 1939 bis 1945 zu erinnern. An der Südseite des Areals wird ein russisches Soldatengrab gepflegt. Leider wurde der kleine Sowjetstern abgebrochen.

Ein kleines Gräberfeld für sechs Gefallene des 2. Weltkrieges befindet sich auf dem Friedhof. Es entstand auf Betreiben von Pastor Niedlich. Hierhin wurden die sterblichen Überreste umgebettet, wobei Erkennungsmarken Hinweise auf Personalien gaben. So konnte einer der Toten als ein Deutscher aus Rumänien identifiziert werden. Die Gefallenen stammten aus dem Banat und Siebenbürgen.

4. Das Museum

Täglichen Gebrauchsgegenstände, Fotos, schriftliche Aufzeichnungen, sie vermitteln uns Einblicke in die eigene Geschichte und sind es Wert bewahrt zu werden und Interessierten zugänglich zu machen. 1996 konnten für diese Aufgabe sechs Arbeitsbeschaffungsstellen (ABM) organisiert werden. Unter Federführung von Melitta Wendt gelang es, daraus ein Team zu formen, und das, obwohl niemand bislang in diesem Metier tätig war. Es begann mit „Klinkenputzen“. Man ging von Haus zu Haus und überzeugte, museumsreife Gegenstände heraus zu geben. Und die Lunower waren aufgeschlossen und spendabel. Inzwischen gehören 7 000 Artikel zum Fundus. Im Fotoarchiv sind rund 1 000 Aufnahmen aus vergangenen Jahren zu finden.

Am 6. September 1997 öffnete das Museum seine Türen. Inzwischen sahen sich darin viele um, erkannten sich und zum Teil das Leben ihrer Vorfahren wieder. Auch von auswärts kam schon Besuch, darunter Schulkinder aus Angermünde und Nachfahren von ausgewanderten Lunowern (Neuseeland).

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